Psychologie an der PFH erhält Universitätsstatus

PFH Universitaetsgleicheit Campus Innen

Studienweg zur Approbation als Psychotherapeut:in eröffnet

Das Land Niedersachsen hat die Fakultät Psychologie der PFH Private Hochschule Göttingen einer Universität gleichgestellt. Als erste Hochschule für angewandte Wissenschaften in Niedersachsen und als eine der ganz wenigen privaten Hochschulen bundesweit darf die PFH damit ein Psychologiestudium nach dem reformierten Psychotherapeutengesetz anbieten, das auf die Approbation als Psychologische Psychotherapeutin bzw. Psychologischer Psychotherapeut vorbereitet. Zum Wintersemester 2026/27 vergibt die Hochschule am Campus Göttingen bis zu 50 Studienplätze im neuen polyvalenten Bachelorstudiengang Psychologie (B.Sc.) und 30 im Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie (M.Sc.). Parallel startet im Oktober 2026 die psychotherapeutische PFH-Hochschulambulanz mit Kassenzulassung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

Grundlage der Gleichstellung ist ein vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) beim deutschen Wissenschaftsrat beauftragtes und erfolgreich durchlaufenes Prüfverfahren. Von der Entscheidung profitieren Studieninteressierte weit über Göttingen hinaus: Psychologie gehört bundesweit zu den stark nachgefragten Studienfächern, die vorhandenen Studienplätze decken die Nachfrage auch in Göttingen seit Jahren nur zum Teil. Der Zugang zur PFH führt über ein eigenes Aufnahmeverfahren mit NC-freier Quote unter besonderer Berücksichtigung der persönlichen Eignung.

 

Psychologie an der PFH: Weiterer Meilenstein für ein etabliertes Studienfach

Bereits seit 2014 wird die Psychologie an der PFH gelehrt. Bis zur Reform des Psychotherapeutengesetzes stand dabei allen PFH-Campus-Absolventinnen und -Absolventen der Weg in die Psychotherapeutenausbildung offen: über 100 haben ihn eingeschlagen. Seit 2020 führt jedoch nur noch ein Studium an Universitäten oder ihnen gleichgestellten Hochschulen zur Approbation, der PFH als Hochschule für angewandte Wissenschaften war dieser Weg damit versperrt. 2022 beantragte sie deshalb die Gleichstellung beim zuständigen Ministerium.

„Das Department Psychologie bietet seit Jahren einige unserer erfolgreichsten und am stärksten nachgefragten Studiengänge. Ich freue mich sehr, dass nun in einem mehrjährigen, anspruchsvollen Verfahren der Nachweis gelungen ist: Die Psychologie an unserer Hochschule entspricht universitärem Standard“, so PFH-Präsident Prof. Dr. Frank Albe. „Für den Hochschulstandort Göttingen heißt das: Ein Studium mit dem Ziel der Approbation in der Psychotherapie ist erneut an der PFH möglich – und mit der psychotherapeutischen Hochschulambulanz entsteht zugleich eine wichtige Ergänzung des bestehenden Versorgungsangebotes vor Ort.“

 

Neue Therapiekapazitäten für die Region

Ab Oktober wird das Angebot an Therapieplätzen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche in der Hochschulambulanz der PFH aufgebaut. Sie sichert die gesetzlich vorgeschriebenen Praxisanteile des Studiums und verstärkt zugleich das psychotherapeutische Angebot in der Region. Der Bedarf ist erheblich: Nach dem BiPsy-Versorgungsmonitor 2026 beträgt die Wartezeit von der ersten Anfrage bis zum Beginn einer Psychotherapie für Kinder und Jugendliche bundesweit im Schnitt mehr als sieben Monate (vgl. BiPsy-Monitoring der psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, hrsg. im Juni 2026 im Rahmen des Monitor Bildung und Psychische Gesundheit der Universität Leipzig u.a. in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend).

Der neue approbationskonforme Studienweg führt über den polyvalenten Bachelor zum Master Klinische Psychologie und Psychotherapie (M.Sc.) und dauert insgesamt regulär fünf Jahre inklusive gesetzlich vorgeschriebener Praxisanteile. Das Approbationsverfahren erfolgt nach erfolgreichem Studienabschluss über die zuständige Landesbehörde. Aber auch jenseits des Approbationswegs bleibt die Psychologie an der PFH breit aufgestellt: Wer andere Schwerpunkte setzen will, findet sie ebenso im Masterstudiengang Psychologie (M.Sc.) sowie in den aktuellen Fernstudiengängen der Psychologie. 

 

Bild von links:   Prof. Dr. Youssef Shiban, Klinische Psychologie mit Schwerpunkt Therapieforschung  Prof. Dr. Stephan Weibelzahl, Wirtschaftspsychologie  Prof. Dr. Frank Albe (Präsident der PFH), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Tourismusmanagement und Controlling  Prof. Dr. Anja Christina Lepach-Engelhardt, Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie

Bild von links: 
Prof. Dr. Youssef Shiban, Klinische Psychologie mit Schwerpunkt Therapieforschung // Prof. Dr. Stephan Weibelzahl, Wirtschaftspsychologie // Prof. Dr. Frank Albe (Präsident der PFH), Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Tourismusmanagement und Controlling // Prof. Dr. Anja Christina Lepach-Engelhardt, Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie

Universitätsgleichheit - das Interview mit Prof. Dr. Albe

Die PFH hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Was bedeutet die Universitätsgleichstellung konkret?

Sie bescheinigt unserer Fakultät Psychologie offiziell durch das niedersächsische Wissenschaftsministerium, dass Forschung und Lehre universitären Standards entsprechen. Das stand für mich ohnehin nie in Zweifel. Warum, könnten Sie jetzt fragen? Einerseits haben wir dieses seit 2016 nach der Gesetzgebung, die bis August 2020 galt, bereits bescheinigt bekommen. Andererseits haben wir durch kluge Berufungs- und Personalentwicklungspolitik darauf hingearbeitet. Somit schaffen wir erneut die Voraussetzung den approbationskonformen Studienweg in der Psychotherapie nach neuer Gesetzgebung anbieten zu können. 

 

Warum ist das gerade jetzt so wichtig?

Seit der Reform des Psychotherapeutengesetzes im Jahr 2020 führt der Weg zur Approbation nur noch über Universitäten oder gleichgestellte Hochschulen. Für uns wurde dieser Zugang, den wir nach alter Gesetzgebung bereits hatten, daher verschlossen, was sich auch deutlich in der Nachfrage nach Campusstudienplätze bemerkbar machte. Mit der nun erfolgten Gleichstellung können wir den erfolgreichen Weg wieder beschreiten. 

 

Wer profitiert davon?

Zunächst natürlich die Studieninteressierten, die ein umfassendes Psychologiestudium inklusive psychologischer Psychotherapie suchen. Psychologie zählt seit Jahren zu den beliebtesten Studienfächern, gleichzeitig gibt es bundesweit deutlich weniger Studienplatzangebote als Nachfrage. Mit unserem neuen Angebot schaffen wir zusätzliche Kapazitäten. Wir reden zu Beginn von 50 Bachelor- und 30 Masterstudierenden, die pro Jahr am Campus immatrikuliert werden können.   

 

Wie sieht der neue Studienweg aus?

Er beginnt mit dem polyvalenten Bachelor Psychologie und führt anschließend in den Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie, den wir kurz KliPP-Master nennen. Nach erfolgreichem Abschluss kann das Approbationsverfahren bei der zuständigen Landesbehörde beantragt werden. 

 

Die PFH startet gleichzeitig eine psychotherapeutische Hochschulambulanz. Was steckt dahinter?

Die Ambulanz oder genauer „Lehr- und Forschungsambulanz“ ist eine „conditio sine qua non“ und erfüllt gleich zwei Aufgaben: Sie ermöglicht die im KliPP-Master vorgeschriebenen Praxisbestandteile im Studium und verbessert zugleich die psychotherapeutische Versorgung in der Region, da mit der Anerkennung eine kassenärztliche Zulassung einhergeht. Gerade angesichts langer Wartezeiten auf Therapieplätze ist das ein wichtiger Beitrag.

 

Wie groß ist der Bedarf?

Er ist enorm. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland durchschnittlich mehr als sieben Monate auf den Beginn einer Psychotherapie warten. Zusätzliche Therapieangebote werden daher dringend benötigt. Wobei die Hochschulambulanz sowohl im Kinder- und Jugendlichen als auch Erwachsenen Bereich ihre Angebote hat.

 

Die Psychologie gibt es an der PFH bereits seit vielen Jahren. Ist die Gleichstellung die Krönung dieser Entwicklung?

Auf jeden Fall ist sie ein bedeutender Meilenstein. Wir lehren Psychologie seit 2014 im Fernstudium und seit 2015 am Campus. Wir gehören mit ca. 1.900 Studierenden zu den größten psychologischen Ausbildungsstandorten in Deutschland. Die aktuelle Entscheidung bestätigt die Qualität und Leistungsfähigkeit unseres Fachbereichs. 

 

Was bedeutet die Entscheidung für den Wissenschaftsstandort Göttingen?

Göttingen gewinnt ein weiteres Angebot für die Ausbildung künftiger Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Gleichzeitig entsteht mit der Hochschulambulanz ein zusätzlicher Baustein für die Versorgung der Menschen in der Region. Das ist ein Gewinn für Studierende, Patientinnen und Patienten und den Standort insgesamt.  Zu guter Letzt, dass unsere PFH an einer der renommiertesten Unistädte Deutschlands seine Position nach über 30 Jahren nicht nur hält, sondern deutlich gestärkt hat.